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 Kolumne

 

Frühjahr 2010

- s. auch den aktuellen Artikel im Ayurveda-Journal Heft 25 -

Ayurveda
und die heimischen Heilkräuter in unserer Küche 
- mit Rezeptteil -
von Sibylle Michaela Balkow

Die traditionelle indische Naturheilkunde des Ayurveda basiert auf dem universellen Zusammenspiel der 5 Elemente Äther Wind Feuer Wasser & Erde, sowohl in unserem Körper wie auch im gesamten Kosmos. In unterschiedlicher Kombination bilden sie die 3 Doshas Vata - Pitta - Kapha (individuelle Konstitutionstypen), womit sich wiederum unsere Vorlieben und Abneigungen, sowie Wirkungen und Unverträglichkeiten erklären lassen. Alle Heil- und Küchenkräuter werden ebenfalls nach den Prinzipien der vorherrschenden Elemente eingeteilt. Das ist ein sehr komplexes Thema, wobei auch der Geschmack und die individuelle Wirkungsweise innerhalb des Körpers (erhitzend/kühlend) eine wichtige Rolle spielen. Beispiel: Pitta-Dosha besteht zum größten Teil aus Feuer, daher wäre es sinnvoll dieses Feuer nicht weiter zu erhöhen, und durch eher kühlende Substanzen (hier Heilkräuter) auszugleichen. Dies gilt auf allen Ebenen, die das Leben umspannen, aber auch besonders in Hinsicht auf Ernährung und äußerer Ölung (ayurvedische Massagen) sowie bei der Anwendung von Heilmitteln.

Im Ayurveda werden traditionelle indische Heilkräuter wie z.B. Bala, Guggulu oder Amalaki verwendet, aber auch unsere heimischen Kräuter können nach ayurvedischen Prinzipien eingeteilt und verwendet werden. So, wie es der Ayurveda vorsieht, sollten möglichst die Pflanzen, Nahrungsmittel und Heiltraditionen des eigenen Lebensraumes mit einfließen, daher ist er auch in allen Teilen der Erde anwendbar. Auch bei uns im Westen existiert ein großes Wissen über die Heilkraft der Kräuter. Blicken wir auf unsere Wurzeln zurück, so finden wir bei Hildegard v. Bingen, den "Weisen Frauen" und "Zauberern" des Mittelalters, wie auch bei unseren germanischen und keltischen Vorfahren viele Rezepturen der unterschiedlichsten Heil- und Druidenkräuter, gegen Befindlichkeitsstörungen, zur Bereichwerung der Küche, wie auch für den Liebeszauber....

Bei der Zubereitung unserer Nahrungsmittel sollten wir unsere heimischen Würz- und Küchenkräuter ebenfalls großzügig verwenden. Nach der Ayurveda Philosophie tragen gerade auf der Nahrungsebene Kräuter und Gewürze zur besseren Verwertung und somit Verträglichkeit der Nahrungsmittel bei.

Ritucarya - Den Jahreszeiten angepaßte Lebensweise

In Zusammenhang mit der Wirkungsweise der einzelnen Doshas in den jeweils vorherrschenden Jahreszeiten, gewinnt auch hier der s orgfältig ausgewählte Einsatz von Nahrungsmitteln und Lebensgewohnheiten sehr an Bedeutung. Indien kennt 6 Jahreszeiten, 3x2 Monate werden vom südlichen lauf der Sonne, und 3x2 Monate werden vom nördlichen Lauf der Sonne dominiert. Bei uns hier, wird das Jahr traditionell in 4 Jahreszeiten eingeteilt. In unseren althergebrachten Überlieferungen, werden sie im Jahreskreis mit der Frühjahrs- & Herbsttagesundnachtgleiche sowie der Sommer- & Wintersonnenwende markiert. Vata steigt in der windigen, kalten und trockenen Jahreszeit wie Spätherbst und Winter an, in Indien auch während der Regenzeit. Besonders Mischkonstitutionen erleben den Wechsel der Jahreszeiten sehr intensiv, weil sich ihre Bedürfnisse und Ernährungsgewohnheiten mit den Jahreszeiten stark verändern. Gemäß den vorherrschenden Bedingungen in der Natur sollte auf der Ernährungsebene ein entsprechender Ausgleich geschaffen werden. So verspüren wir in den Wintermonaten das Bedürfnis, warme, und aufbauende Speisen zu uns zu nehmen, die häufig von einem süßen Geschmack geprägt sind, und daher für Menschen mit Kapha-Konstitution oder -überschuß in moderaten Mengen genossen werden sollten.

Die nachfolgenden Rezepte sind für 4 Personen berechnet, und sollten in dieser Kombination am besten zur Mittagszeit genossen werden. Als weitere Beilage passt sehr gut ein frischer gemischter Blattsalat.

 

 
Dill-Raita

1 Bund frischer Dill
½ TL Honig
200g Joghurt
½ TL Dillsaat, frisch gemahlen
¼ TL geräuchertes Paprikapulver
Prise Ingwerpulver
1 TL geröstetes Sesamöl
Spritzer Zitronensaft, Salz nach Geschmack
Den Dill waschen, und mit den anderen Zutaten im Mixer pürieren, mit Salz & Zitronensaft abschmecken, zum Schluß das Sesamöl drüberträufeln.

Dill ist sehr verdauungsfördernd, harntreibend, gut bei Fieber, Übelkeit, Magen- und Menstruationsbeschwerden, während der Menopause. Ideal zum würzen von Gurkengerichten, Salatsoßen und Gemüsesoßen.

Viel Spaß & Guten Appetit!

Die hier aufgeführten Rezepte, Texte und Fotos unterliegen dem Copyright von Ojas-Ayurveda in Bremen, und sind hier mit freundlicher Genehmigung zur privaten Nutzung freigegeben.Infos & Kontakt: Tel. 0049 (0)421 - 591934,  

 

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Februar 2010

 

- Gewürze -
Die Hausapotheke des Ayurveda

von Sibylle Michaela Balkow

In der traditionellen Naturheilkunde Indiens, dem Ayurveda, geht man davon aus, einen gesunden Körper gesund zu erhalten. Der Ernährung wird hierbei große Aufmerksamkeit geschenkt. Die Kräuter und Gewürze bilden das Herzstück der ayurvedischen Küche, und somit die Grundlage für eine gute Verwertbarkeit der aufgenommenen Nahrung. Zu den Gewürzen zählen Kräuter, Samen und Rinden, die ganz, gemahlen oder zerstoßen verwendet werden.

Alle Nahrungsmittel, und somit auch Kräuter & Gewürze, werden im Ayurveda den innewohnenden Kräften, Geschmacksrichtungen, und Wirkungsweisen zugeordnet. So gibt der Geschmack einen wichtigen Hinweis auf die Wirkungsweise im Körper, und auf die 3 Doshas Vata – Pitta – Kapha. Ein scharf schmeckendes Gewürz wirkt erhitzend (regt die Verdauung und den Stoffwechsel an, tötet Bakterien ab, erzeugt Wärme), andere Geschmacksrichtungen wiederum haben eine kühlende Wirkung (gut bei Fieber), wie z.B. der süße Geschmack (hat einen aufbauenden Effekt auf den Körper, gibt Zusammenhalt und Zufriedenheit). Reinigende, reduzierende Substanzen schmecken vorwiegend bitter oder herb, und gerade diese treffen wir in vielen Kräutern und Gewürzen an. Wie auch in den Heiltraditionen unserer Vorfahren, werden im Ayurveda die Gewürze nicht nur für den guten Geschmack, sondern auch zur Vorbeugung und zum Ausgleich von Disharmonien eingesetzt. Der richtige Umgang mit diesen Kräutern und Gewürzen ist bezeichnend für die ayurvedische Medizin und Kochkunst.

Chili:

sehr intensive Schärfe; Pitta sollte darauf gänzlich verzichten, weil er Entzündungen verstärken kann, auch im mentalen Bereich kann die "Hitze" verstärkt werden. Antibakteriell, regt das Verdauungsfeuer und den Stoffwechsel an, kleidet die Magenschleimhaut aus, enthält Capsaicin, schüttet bei übermäßigem Gebrauch Endorphine aus, ist als "Scharfmacher" bekannt; hilft schwere, schleimige & süße Speisen besser zu verdauen VK- P+

Kurkuma (Gelbwurz):

ist sehr blutreinigend wirkt entzündungshemmend und durch die Bitterstoffe wird der Stoffwechsel ins Gleichgewicht gebracht, fördert die Leberfunktion und den Gallenfluß, gut bei Darmpilzen; paßt besonders gut zu allen Kohl- und Reisgerichten VPK=, im Übermaß VP+

Ingwer:

 frisch stärkt er die Leberfunktion, verdünnt auf natürliche Weise das Blut und senkt einen ernährungsbedingten erhöhten Cholesterinspiegel; kann zu allen Speisen verwendet werden, da er aber einen scharfen Geschmack hat, sollte er im Hochsommer wegen der Hitze nur spärlich verwendet werden, sattvisch VK- P+

Gerade jetzt in der Erkältungszeit kommt die Ingwerknolle als ErkältungsTee häufig und effektiv zum Einsatz:

1 dicke Scheibe frischer Ingwer mit ½ l kochendem Wasser überbrühen, 10 Min. ziehen lassen, abseihen, und auf Wunsch mit etwas Honig süßen. Gute Besserung!

Ihre Sibylle Michaela Balkow

 

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Der Keltische Jahreskreis 
Das Medizinrad der Europäer

Bevor die europäische Bevölkerung christianisiert wurde, lebten die Menschen nach ihren alten heidnischen Traditionen. Das Zusammenwirken von Sonne, Mond, Planeten mit den Elementen Äther Wind Feuer Wasser und Erde, bildete die Grundlage aller Aktivitäten. Schon unsere ungläubigen Vorfahren säten, pflanzten, ernteten, schlugen Holz, und versorgten das Vieh im Einklang mit den Jahreszeiten. Die werdende und vergehende Natur, das unmittelbare intensive Erleben bildete die Grundlage aller Unternehmungen. Die Kelten entwickelten aus dieser naturnahen Lebensweise so etwas wie einen 8teiligen naturbezogenen Kalender den Keltischen Jahreskreis". Die Basis dieser "Naturreligion" bilden 8 heilige Feiertage, die die energetischen Übergänge mit Ritualen und Festen würdigten: Samhain" das Neujahrs- & Totenfest Yule" die Wintersonnenwende - Imbolc" Lichtmess - Ostara" die Frühjahrstagesundnachtgleiche - Beltane" Walpurgis/Maifest - Litha" Sommersonnenwende - Lugnasad" Erntebeginn - Mabon" Herbsttagesundnachtgleiche. Vier dieser Feiertage werden als Mondfeste und die anderen 4 als Sonnenfeste gefeiert. Auch wenn durch die Sonne jegliches Leben erst möglich wird, so werden insbesondere den Vollmondnächten magische Kräfte zugesprochen. Während dieser Nächte werden Rituale unter Anrufung der Götter abgehalten, die von Räucherungen mit sakralen Kräutern und Substanzen, Trommelklängen, Gesängen, Tänzen, Orakeln, und Gebeten begleitet werden.

Nach dem keltischen Mondkalender beginnt das neue Jahr bereits um den 31. Oktober herum mit Samhain". Das 1. Fest im Jahreskreis steht am Anfang der dunklen Jahreshälfte, die unter der Herrschaft des Mondes steht. Nun beginnen die langen Winterabende, die Zeit in Versenkung und Meditation. Es ist das Fest zur Ehrung des Todes und der Ahnen, des Abschieds, aber auch der Hoffnung auf neues Leben. Das Rad des Jahres ist das Rad des Lebens, Werden und Vergehen bilden einen Kreis. Im Gebet, und in Meditation kann mit der Anderswelt", den verstorbenen Ahnen, vielleicht Elfen und Feen Kontakt aufgenommen werden.... Um den Geistern den Weg zu zeigen, werden ausgehöhlte Kürbisse mit Kerzen bestückt, die Atmosphäre wird mit Beifuß geräuchert, und es ist ratsam, zum Schutz Knoblauch und Engelwurz bei sich zu tragen.

Dieses uralte Wissen kann durchaus in unserem heutigen Alltag gelebt werden. Ob es die Kerze, das Räucherwerk und die Tasse Tee am Abend sind, oder der morgendliche Gesang unter der Dusche. Am Abend können wir den Tag mit einem Dankesgebet für unseren Wohlstand und gute Gesundheit abschließen, und uns auf diese Weise mit der göttlichen Welt verbinden...

Herzlichst

Ihre Sibylle Michaela Balkow

Weitere Infos: Ojas Ayurveda Inst., Tel.: 0421/591934

Kräuter- und Gewürzberatung

Aufgrund vieler Nachfragen, wie und welche Gewürze & Kräuter  für einzelne Personen geeignet oder eher ungeeignet sind, haben wir jetzt eine "Kräutersprechstunde" ins Leben gerufen.

Hier kann sich jeder Ayurveda Interessierte über die Kräuter und Gewürze informieren, die für ihn hilfreich sind. Es werden ganz individuelle Gewürzkompositionen zusammengestellt, die zur besseren Verwertung der Speisen für den persönlichen Stoffwechsel hilfreich sind.